Wird das nächste historische Gebäude plattgemacht?
- Redaktion

- 18. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Für immer in Bremmerhaven verschwunden: Rogge-Halle,Seute Deern, die alte Nordmole, Karstadt, Waisen- und Armenhaus Lehe
Seestadt bleibt ein Flickenteppich
Erst die Nordmole (die nun mit einem Millionenaufwand neu gebaut wird), jetzt das Alte Kraftwerk vor der Kaiserschleuse: Sind die historischen Gebäude in unserer Stadt bei „bremenports“ in guten Händen? Was meint ihr?
Nach Angaben von „Bremenports“ ist das 1896/1897 erbaute Kraftwerk mit seinen zwei markanten Türmen kaum noch zu retten. Der Sanierungsaufwand: 4,5 Millionen Euro. Das sei zu teuer. Das wirft einige Fragen auf: Warum wurde so lange gewartet? Warum konnten keine Nutzer gefunden werden?

Jahrelanger Leerstand hat noch keinem Gebäude gutgetan.
Bremenports ist Eigentümer. Das Gebäude, 1896/1897 erbaut, steht unter Denkmalschutz. Das verpflichtet. Das Alte Kraftwerk steht zweifellos für die maritime Geschichte unserer Stadt. Schon bei der alten Nordmole hatte sich „Bremenports“ nicht gerade mit Ruhn bekleckert. Seit 2002 verwaltet bremenports im Auftrag der Freien Hansestadt Bremen die Hafeninfrastruktur und war somit für den baulichen Zustand der Mole verantwortlich. Erst nach dem Absacken und dem drohenden völligen Einsturz wurde vor Ort gehandelt. Jetzt entsteht eine neue Nordmole, für 32 Millionen Euro und dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe. Wie der Leuchtturm genau aussehen soll, wird allerdings als Verschlußsache behandelt. Bilder, Entwürfe des neuen, alten Wahrzeichens in voller Größe - bisher Fehlanzeige.

Warum ist überhaupt die Bremer Hafenverwaltung für Liegenschaften in Bremerhaven zuständig? Die Antwort kennen hier viele: Bremerhaven ist auch 199 Jahre nach der angeblichen Gründung immer noch teilweise eine Bremer Kolonie. Zahlreiche Flächen in unserer Stadt gehören der Stadt Bremen. Das Alte Kraftwerk liegt im „Stadtbremischen Überseehafengebiet“. Auch das größte Gewerbegebiet in unserer Stadt, der Containerhafen, ist Eigentum der Stadtgemeinde Bremen. Die Steuereinnahmen fließen deshalb nach Bremen. Mit dieser altertümlichen Gebietsaufteilung, die einmalig in Deutschland ist, ist eigentlich auch die Verantwortung verbunden.

Anderseits: Wäre es wirklich besser, wenn die aktuelle Bremerhavener Stadtverwaltung das Sagen hätte? Die absurden und nicht finanzierbaren Pläne, auf dem ehemaligen Karstadt-Areal ,die Stadtbücherei und eine Jugendherberge anzusiedeln, liegen eine Antwort nahe: Nein, leider nicht.
Dies ist eine Meinung. ,,Was meint ihr?














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