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Oberbürgermeister-Wahl: Streit jetzt auch an der Straßenecke

Bei dieser Wahl verlieren alle/ Grüne starten Plakat-Aktion, vergessen aber die Vergangenheit


Der Streit um die bevorstehende OB-Wahl in Bremerhaven ohne Beteiligung der Bürger wird jetzt auch an der Straßenecke ausgetragen. Die Grünen haben an der Kreuzung Columbusstraße/Lloydstraße ein Plakat aufkleben lassen. Die Botschaft: „Zum Angeln brauchst du eine Qualifikation. Um in Bremerhaven Oberbürgermeister zu werden, musst du nicht mal beliebt sein“. Die Plakataktion der Grünen, begleitet von einer umfassenden Medien-Kampagne, wirft Fragen auf. Es geht auch um die Vergangenheit der Grünen

Die Stimmung in der Stadt haben die Grünen damit zweifellos richtig erkannt. Noch nie war die Ablehnung bei einer Oberbürgermeister-Wahl so groß. 76 Delegiertenstimmen seiner Partei und interne Absprachen zwischen SPD, CDU und FDP sollen ausreichen, um den SPD-Vorsitzenden Martin Günthner zum Oberbürgermeister am 7.Mai zu befördern. Und zwar für sechs Jahre, egal wie im nächsten Jahr die Kommunalwahl ausgeht. Beteiligung der Bürger, mehr Demokratie? Leider Fehlanzeige.



Doch die Grünen können sich hinter diesem Plakat nicht komplett verstecken. Mal abgesehen davon, dass an der Kreuzung kaum Fußgänger vorbeikommen und Autofahrer abgelenkt sein könnten, haben die Grünen offenbar die eigene Vergangenheit vergessen oder nicht aufgearbeitet. Es war ein grüner Finanzsenator in Bremen, der 2022 gegen eine Magistratsreform sein Veto einlegte. Dadurch wurde die Möglichkeit verhindert, dass die Parteien bei der nächsten Wahl mit OB-Spitzenkandidaten antreten können und so der nächste Oberbürgermeister bestimmt wird. Jetzt jammern sie – in Bremerhaven. Bestimmen auch künftig grüne Landespolitiker in Bremen, was in Bremerhaven geschehen soll?


Schon jetzt steht fest: es werden alle verlieren: Martin Günthner. Noch nie war wahrscheinlich ein OB schon vor Amtsantritt so unbeliebt wie er. Die SPD, die für den Fall einer weiteren Wahlniederlage vorsichtshalber den wichtigen Posten für sich sichern will. Aber auch CDU und FDP, die in Treue fest an alte Absprachen festhalten, ohne auf die Wähler zu hören. Auch „Bündnis Deutschland“ und die zerstrittene AfD-Truppe müssen sich vorwerfen lassen, in den vergangenen drei (!) Jahren keine Initiativen gestartet zu haben, um für mehr Demokratie zu sorgen. Es wäre ein Treppenwitz der lokalen Geschichte, wenn nun diese Parteien von der  Politikverdrossenheit profitieren sollten.


Und die Grünen? Vielleicht hätten sie erst bei ihren Parteikollegen in Bremen nachfragen sollen, ob das Plakat denn auch genehm ist. Nicht, dass nachher wieder alles anders ist.


 

 

Eingestürzt, aber nicht von der Bildfläche verschwunden - die Nordmole

 

Sehenswert, aber auch ziemlich übersichtlich: die Ausstellung „Der Nordmolenturm“ im Historischen Museum zeigt Fotos und Gemälde, die bis zum Einsturz des Turms entstanden. Was fehlt, sind Modelle und der Blick in die Zukunft. Ein Besuch lohnt sich dennoch. Die Ausstellung ist bis zum 25.Mai befristet. Das Historische Museum ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet, montags geschlossen. Der Eintritt: 8 Euro.

 

 


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