Einzelhändler sauer: Kommt jetzt die Beratungsgebühr?
- Redaktion

- 7. Dez. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Feb.
Immer mehr Geschäfte verlangen eine Beratungsgebühr
Das Kundengespräch dauert eine geschlagene Stunde. Detailliert will im Fachgeschäft der potentielle Kunde alles über den neuen Rasierer wissen, stellt immer neue Fragen, notiert sich den Preis. Doch kaufen wird er in diesem Geschäft nicht. Sondern online, weil der Rasierer dort günstiger ist. Immer mehr Einzelhändler wollen sich dieses Verhalten nicht mehr bieten lassen und schlagen offenbar zurück. Kommt jetzt die Beratungsgebühr für alle?
Gute Beratung kostet Zeit. Aber welchen Sinn macht dieser Aufwand, wenn die Kunden anschließend im Internet bestellen und der Fachhändler leer ausgeht?
Die Beratungsgebühr, oftmals zwei Euro, soll schützen. Beim Kauf wird die Gebühr verrechnet. Zahlen sollen nur die, die nichts kaufen.
Angefangen mit diesem Trend haben die Reisebüros. Ihre Reiseplanung ist in der Regel genauer als die Angaben im Internet. Deshalb kann es dauern, bis alles geklärt ist. Der Kunde bedankt sich, murmelt „Noch mal überlegen“ und bucht zu Hause im Internet

In Bochum,Hagen, Essen und neuerdings auch in Bremen ist die Beratungsgebühr bereits fällig. Das Familienunternehmen "Schulranzen-Kranz" beispielsweise verlangt ih ihren Geschäften in Bochum und Hagen bereits seit zwei Jahren eine Gebühr für die persönliche Beratung - und zwar25 Euro. Kauft der Kunde nach der Beratung tatsächlich den Schulranzen ,werden die 25 Euro mit dem Kaufpreis verrechnet. "Wir dulen nicht mehr desen Bweratungsklau. Wir haben die Kunden eine Stunde beraten und dann wird paralell nach günstigeren Ranzen gegoogelt". Für die persönliche Beratung nimmt sie sich bis zu 60 Minuten Zeit - das sollen nicht umsonst gewesen sein.
Da haben wir uns einbfach maßlos geägert, sagt Stefanie Kranz, die Inhaberin des Schulranzen-Geschäftes in eiem Bericht des WDR
Ein Beispiel, der immer häufiger Schule macht. Auch im Weserpark Bremen werdeb jetzt für die Beatung in einem Schulranzen-Geschäft Gebühren genommen..Auch der Inhaber eines Geschenke-Ladens ins Essen hatte nach einem Bericht der WAZ die Nase voll.Wer in seinem Laden „Ideenreich“ sich einfach nur umsehen wollte, sollte Eintritt zahlen – zwei Euro. “An manchen Tagen waren 50 Leute im Laden, aber nur 12,50 Euro in der Kasse“, berichtete der Geschäftsmann. Seine neue Strategie: „Nur bummeln kostet ab sofort pro Person zwei Euro, natürlich werden diese mit ihrem Einkauf verrechnet", postete der Ladeninhaber auf Facebook.
Die Reaktion: Einige Kunden hatten danach seinem Geschäft den Rücken gekehrt, erzählte Pütz. Andere Kunden zeigten Verständnis .Später schaffte Michael Pütz die Beratungsgebühr wieder ab.

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Einen neuen Versuch startete jetzt ein Antiquitätenhändler aus Lübeck. „Eintritt 1 Euro (wird bei Kauf angerechnet“ steht auf roten Schildern vor seinem Laden. Gegenüber „Bild“ begründete Händler Horst Scheimann die Gebühr mit häufigen Diebstählen in seinem Geschäft. Seit Einführung der Gebühr seien die kriminellen Vorfälle in seinem Laden um die Hälfte zurückgegangen.
Bisher sind dies allerdings noch Einzelfälle. Viele Händler scheuen die Einführung der Gebühr – gut möglich, dass dann noch mehr Kunden ins Internet abwandern würden, auch ohne vorherige Beratung. Und so schlecht, wie oft beklagt, geht es dem Einzelhandel nicht. Umsatz 2024, inklusive der großen Ketten: 657,4 Milliarden Euro. Dagegen fällt der Online-Umsatz deutlich zurück: 77,6 Milliarden Euro.
Bisher werden wir also weitgehend verschont, die Beratungsgebühr ist die Ausnahme. Dennoch sollten Schnäppchenjäger fair bleiben , auch beim Einzelhändler.

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