Wenn Dein leckeres Brötchen auf dem Boden liegt: Stimmt eigentlich die 3-Sekunden-Regel?
Was ist schlimmer: Fliesen oder Teppich?
Ach nee, oh nein, so ein Mist. Ein dummes Missgeschick und schon liegt das leckere Brötchen auf dem Küchenboden oder auf dem Teppich. Und noch ärgerlicher: wieder mal mit der beschmierten Seite. Und nun? Gleich vorsichtshalber in den Müll? Oder gibt es noch Chancen auf einen ungetrübten Genuss. Gilt eigentlich die berühmt-berüchtigte 3-Sekunden-Regel? Also die maximale Zeitspanne, um heruntergefallene, offene Lebensmittel wieder aufzuheben – ohne mögliche Folgen für die eigene Gesundheit. Die 3-Sekunden-Regel – hier steht, wann sie stimmt und was entscheidend ist. Wegwerfen oder Genießen – denn das ist nicht nur für überzeugte Sparer eine Alltagsfrage.

Manche machen aus der 3-Sekunden-Regel fünf Sekunden. Die Zeit, um das Brötchen wieder aufzuheben. Denn so schnell, so der häufige Glaube, können auch Bakterien nicht Belag und Teig erobern. Falsch oder richtig? Antwort: entscheidend sind die Umstände und die Beschaffenheit des Bodens, auf dem das Brötchen gelandet ist. Vorab:Die 3-Sekunden-Regel (wie auch 5-Sekunden), ist wissenschaftlich widerlegt. Bakterien und andere Keime übertragen sich nicht erst nach Ablauf der Zeit, sondern sofort ab der ersten Millisekunde des Bodenkontakts.
Allerdings: wissenschaftliche Tests zeigen , dass die Menge der übertragenen Keime von anderen Faktoren abhängt, die weitaus wichtiger sind als die Zeitspanne:
Entscheidend sind: vor allem die Feuchtigkeit des Lebensmittels.Feuchte Lebensmittel wie eine Wassermelone, aufgeschnittenes Obst oder ein geschmiertes Butterbrot nehmen Keime sofort in großer Zahl auf. Trockene Lebensmittel wie Kekse, Cracker oder trockene Nudeln sind deutlich weniger anfällig.

Zweiter Faktor in der Sache des heruntergefallenen Brötchens und anderer Lebensmittel: die Beschaffenheit des Bodens. Glatte Oberflächen wie Fliesen, Laminat oder Edelstahl übertragen dieKeime wesentlich schneller auf Lebensmittel als Teppichböden. Die Fasern eines Teppichs reduzieren die dagegen die direkten Kontakte zum Lebensmittel.
Wichtig ist auch: Wo ist Dein Brötchen gerade heruntergefallen. Also wo ist der Ort des Geschehens? Der regelmäßig gereinigte Küchenboden birgt ein anderes Risiko als der Gehweg an einer Straße. Dann lieber nicht mehr essen.
Und wie entscheidend ist die Liegedauer? Die Übertragung der Keime beginnt in jedem Fall sofort. Allerdings nimmt die absolute Keimanzahl zu, je länger das Lebensmittel auf dem Boden liegt.
Wann sollte das heruntergefallene Essen auf jeden Fall weggeworfen werden? Gesundheitsexperten sagen: Schwangere Frauen, Kleinkinder, Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten auf den Verzehr von Lebensmitteln verzichten, die den Boden berührt haben. Denn dadurch steigt das Risiko für Magen-Darm-Infektionen.
Und jetzt die Zusammenfassung:
Auf einem normalen Hausboden tummeln sich mehrere hundert Bakterien pro Quadratzentimeter. Boden ist aber nicht gleich Boden ist: Ein sauberer Teppich ist mit seinen Schlaufen und Fusseln weniger gefährlich(!). Je mehr Bodenkontakt, desto mehr Bakterien werden übertragen. Gut zu wissen:Bakterien springen und stürzen sich nicht auf jedes Stück Essen, das auf den Boden fällt. „Lebensmittel mit hoher Feuchtigkeit wie Fleisch, Wurst und Gurke, bieten Bakterien eine höhere Chance bei direktem Kontakt Nahrung mit trockener Oberfläche sind für Keime wiederum viel schwerer zu erklimmen.“,
fasst Professor. Dr. Dirk Bockmühl , Professor für Hygiene und Mikrobiologie an der Hochschule Rhein-Waal, seine Erkenntnisse zusamen. Und er bestätigt:
Auch die Zeit spielt durchaus eine Rolle, sagt der Professor. Die berühmten drei Sekunden sind nach seiner Einschätzung tatsächlich eine sinnvolle Regel. Je länger das Lebensmittel auf dem Boden liegt, desto mehr Bakterien werden übertragen. Wer also sein Essen ungefähr nach dieser Zeit nicht aufgehoben hat, sollte es lieber in die Mülltonne werfen.
Und auf facebook und youtube:















Kommentare