„Black Friday“: Die besten Tipps, damit Du Dich nicht schwarz ärgerst
- Redaktion

- 25. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Diese fünf Regeln helfen Dir im Alltag und Deinem Konto
Auf die Plätze, fertig, los! Das Schnäppchen-Fieber erreicht jetzt mit dem „Black Friday“ den Höhepunkt. Jetzt schnell zuschlagen, bevor es andere tun. Doch lohnt sich die Hektik wirklich? Fallen die Preise so stark, wie es Dir jetzt versprochen wird? Hier steht, was sich wirklich lohnt und wie Du Dich vor dem Schnäppchen-Fieber am besten schützen kannst.
Es gibt in diesen Tagen offenbar kein Halten mehr: die Verbraucher in Deutschland wollen einer Umfrage zufolge in diesem Jahr rund um den Black Friday noch mehr Geld als bisher ausgeben. Und danach haben 61 Prozent der Befragten eine klare Vorstellung davon, wie viel sie investiieren wollen: Durchschnittlich sind das mit 312 Euro rund elf Prozent mehr als noch im Vorjahr. Rund die Hälfte der Befragten will am „Black Friday“ zuschlagen, die meisten wollen online einkaufen.
Doch: Können sie tatsächlich so viel sparen, wie ihnen in den aufwändigen Kampagnen versprochen wird? Die Realität sieht anders aus:

Die Kunden werden häufig enttäuscht, hat Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hoschule Niederrhein, ermittelt:“Die durchschnittlichen Preisreduzierungen sind in den vergangenen drei Jahren tatsächlich von zehn über fünf auf zuletzt nur noch drei Prozent ausgefallen“. Mit anderen Worten: Wer immer noch glaubt, am „Black Friday“ viel sparen können, kann genauso gut an den Weihnachtsmann glauben, der bekanntlich einen Monat später in Erscheinung tritt. Klar: es gibt Sonderangebote, die diese Bezeichnung auch wirklich verdienen. Aber die gibt es an anderen Tagen auch.
Warum dieser Hype? Dr. Josef Sawetz, Kommunikations- und Marketingpsychologe an der Universität Wien, hat herausgefunden:
„In den USA gibt es zum Black Friday viel höhere Rabatte als bei uns in Deutschland. Hier ist der Black Friday entschärft. Wenn wir uns die Ursprungsidee des Black Friday in den USA anschauen, sehen wir, dass Rabatte nur an diesem einen Tag gewährt wurden und auch die Stückzahl der Waren limitiert war“. Und das bedeutet: künstliche Verknappung, eine ganz andere Situation als bei uns in Deutschland.

Für die heutige Schnäppchen-Jagd macht Sawetz evolutionspsychologische Gründe verantwortlich. Der Wissenschaftler: „Menschen haben in ihrer Geschichte immer im Mangel gelebt. Auch wenn wir heute in einer Überflussgesellschaft leben:Unser Gehirn und unsere Psyche sind davon geprägt, dass die Menschheit lange im Mangel gelebt hat und das Leben noch ein Kampf um das Überleben war. In dieser Mangelsituation war es wichtig, dass ich jage, Dinge sammle und mir einen Vorrat aufbaue. Im harten Winter konnten unsere Vorfahren schließlich kein zusätzliches Fell, keine Früchte oder ein Steak bestellen“. Aber- ist das nicht schon lange her?
Die Antwort von Sawetz lautet: „Heute wird durch die zeitliche Limitation und die Verknappung der Ware unsere Angst geweckt, die Gelegenheit zu verpassen. Hätte der Jäger früher das Reh nicht erlegt, als sich die Gelegenheit bot, hätte dies seinen Tod bedeuten können. Das ist ganz tief in uns verankert“. Preis-Schnäppchen erlegen – das bedeutet: siegen, erfolgreich sein. Das führt dazu, dass das Belohnungszentrum in unserem Gehirn aktiviert wird und Glückshormone ausgeschüttet werden.
Wie aber können wir der Schnäppchen-Jagd ein Schnäppchen schlagen? Wie Geld sparen anstatt immer mehr auszugeben? Und falls wir am „Black-Friday“ doch nicht widerstehen konnten, wie können wird die Ausgaben wieder reinholen?
Vorab: oft wird Sparen mit Mühsal oder Einschränkung verbunden. Doch der Schlüssel liegt selten in großen Einschnitten, sondern in kleinen Gewohnheiten. „Finanzielle Veränderung entsteht nicht über Nacht, sondern durch Routinen, die sich gut anfühlen und alltagstauglich sind“, erklärt Finanzexpertin Margarethe Honisch.
Diese Tipps helfen:
Zuerst sparen, nicht zuletzt.
Ein Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang sorgt dafür, dass ein fester Betrag automatisch auf ein separates Sparkonto fließt.
Das verfügbare Budget passt sich so automatisch an, ohne dass es sich nach Verzicht anfühlt. Wer automatisch spart, merkt gar nicht, dass weniger Geld zur Verfügung steht. Vorteil: keiner muss ständig an Sparen und Verzicht denken, denn das ist schon geregelt.
Das 24-Stunden-Prinzip gegen Impulskäufe:
Wer etwas kaufen möchte, wartet 24 Stunden. In den meisten Fällen verfliegt der Impuls von allein – Studien zufolge bei rund 80 Prozent der Spontankäufe. Wer wartet, entscheidet bewusster.
Billig ist nicht unbedingt das Beste:
Sparen heißt nicht, immer das Billigste zu kaufen. Entscheidend ist der Preis pro Nutzung: Wie oft wird etwas wirklich verwendet?
Beispiel: Schuhe für 100 Euro, die ein Jahr lang regelmäßig getragen werden, kosten umgerechnet 1 Euro pro Tag – ein fairer Preis. Ein Pullover für 40 Euro, der nach zwei Tagen im Schrank verschwindet, ist dagegen teurer, als es scheint.
Tage ohne Geldausgaben:
Ein oder zwei Tage in der Woche mal kein Geld ausgeben. Kein Coffee-to-go, kein spontaner Einkauf, kein Streaming-Upgrade. So entsteht Achsamkeit. Praktische Vorteil: 100 Euro im Monat können so ohne Anstrengung eingespart werden.
Fixkosten durchforsten:
Wer sparen will, gestalten möchte, beginnt bei den Fixkosten. Handy-, Internet- oder Stromverträge sowie Versicherungen verursachen oft höhere Kosten als nötig.
Der regelmäßige Vergleich oder Anbieterwechsel kann 20 bis 30 Prozent im Jahr einsparen – auf Dauer.
Fazit:
Sparen kann leicht sein. So leicht wie Geldausgeben am „Black Friday“. Nur ohne Nebenwirkungen, die Dein Vermögen schmälern.




















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